Einen Zugang zu ethnischen Identitäten kann die Archäologie nur dann finden, wenn diese sich (und sei es auch nur mittelbar) materiell niedergeschlagen haben. Bleibt man einmal bei der (oben kritisierten) räumlichen Perspektive, so konkurrieren mit einer ethnischen Interpretation kultur-, sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Erklärungen: Kommunikationsbeziehungen und Verkehrsräume, Handel und Gabentausch, Raub und Tribut, Absatzgebiete und Herrschaftsräume, Kleidungs- und Bestattungsformen. Wie läßt sich hier begründet abwägen, welche Interpretation am wahrscheinlichsten ist, wenn es keine universalen Merkmale ethnischer Zugehörigkeit gibt und diese nur in bestimmten Situationen Relevanz gewinnt? Die Archäologie benötigt hier zusätzliche Informationen, an welchen Merkmalen sich ethnische Identität orientierte. Diese Informationen können allein den schriftlichen Quellen entnommen werden, soweit sie zur Verfügung stehen. Die antiken und mittelalterlichen Quellen kannten keine einheitlichen ethnischen Bezeichnungen. Es lassen sich nicht nur wechselnde und „irrtümliche“ Terminologien für uns heute identisch erscheinende Gruppen feststellen, sondern auch die Verwendung seit alters her bekannter Namen für neu auftauchende Gruppierungen. Die „gotischen Völker“ galten bis ins späte 3. Jahrhundert ausschließlich als Skythen. Als Skythen wurden Goten, Hunnen, Chazaren, Ungarn, Pečenegen und Kumanen bezeichnet, Alanen, Hunnen, Osttürken und Mongolen als Massageten, Russen als Sarmaten und Tauroskythen, Selğuqen und Osmanen als Perser, Franken als Kelten (Galater) und Germanen, Awaren als Hunnen oder Skythen, Bulgaren als Myser oder Thraker.[54] Die aus moderner Sicht „falschen“ Namen beruhen nicht auf Irrtümern oder verzerrten bzw. verzerrenden Vorstellungen der Beobachter, sondern gehen auf die klassifikatorische Absicht der Benennung zurück. Seit langem waren Nomadenvölker aus dem Osten nach Europa eingebrochen, warum sollten es nicht Abkömmlinge desselben Volkes sein, das man mit dem alten Namen zu bezeichnen hatte?[55] Synesios von Kyrene (ca. 370-413) erläuterte seinem Kaiser Arkadios (395-408), daß die Skythen seit Herodots Zeiten dieselben geblieben seien, nur erfänden sie immer neue Namen und verstellten ihr Äußeres.[56] Prokop ersetzte in der Mitte des 6. Jahrhunderts den gebräuchlichen Namen der Skythen durch den der Goten[57], um das dahinterstehende Konzept weiter nutzen zu können. Dies mag hier an Beispielen genügen, um darauf hinzuweisen, daß auch die Schriftquellen häufig nicht ethnische Identitäten reflektieren, sondern die politische Welt vor allem klassifikatorisch zu ordnen suchten.[58] Deshalb muß in jedem Einzelfall genau geprüft werden, in welcher Weise und vor welchem Hintergrund „ethnische“ Bezeichnungen jeweils verwandt wurden. Das oben entworfene Fünfer-Schema ethnischer Interpretation ist angesichts des dynamischen Charakters von Ethnien und Kulturen sowie der häufig klassifikatorischen Zugriffe (sowohl der Schriftquellen als auch der Wissenschaftsdisziplinen) auf Sand gebaut. Bereits die Identifizierung archäologischer Kulturen mit ethnischen Gruppen läßt sich nicht grundsätzlich voraussetzen. Meist sind es auch keine Ethnien im eigentlichen Sinne, die auf diese Weise ausgemacht werden; Kelten, Germanen und Slawen sind z. B. primär linguistisch definierte Gruppen, die nur in Teilen mit einer archäologischen Kultur in Verbindung gebracht werden können. Die Verfolgung kultureller Kontinuitäten gelingt in nahezu jedem Fall. Doch meist sind verschiedene, zeitlich und räumlich unterschiedlich weit reichende Traditionsstränge zu erkennen, doch welcher wäre als ausschlaggebend anzusehen? Und welcher kulturelle Bruch markiert den Zeitpunkt einer Ethnogenese und welcher nicht? Ähnlich problematisch verhält es sich mit den vieldiskutierten Migrationen. Wie läßt sich begründet zwischen Austauschbeziehungen bzw. Beeinflussungen und der „Wanderung“ größerer Gruppen unterscheiden? Wann handelt es sich um „fremde“ Individuen, die z. B. durch exogame Heiratsbeziehungen „auswanderten“, und wann um Schmuck oder Kleidungsbestandteile, die als Geschenk oder Raubgut, im Tausch oder als „Souvenir“ in ein anderes kulturelles Milieu gelangten? Globale Erklärungsmuster müssen hier versagen. Was bleibt der Archäologie übrig? Der einzig mögliche Zugang zu „ethnischen“ und anderen sozialen Identitäten scheint mir in der Identifizierung der jeweils benutzten Symbole zu liegen. Auch dies kann nur einem differenzierten Zugang gelingen, denn Zeichen sind grundsätzlich arbiträr.[59] Ethnische Symbole müssen deshalb ebenfalls der schriftlichen Überlieferung entnommen werden und lassen sich nicht einfach aus dem archäologischen Kontext erschließen. Doch Walter Pohl hat in einer Analyse der einschlägigen Schriftquellen für das frühmittelalterliche Westeuropa deutlich gemacht, daß auch deren Zuverlässigkeit und Eindeutigkeit in dieser Hinsicht sehr zu wünschen übrigläßt.[60] Weder waren die Franziska für die Franken noch der Sax für die Sachsen typisch, nicht allein Langobarden trugen lange Bärte, und auch der von Tacitus beschriebene Suebenknoten[61] dürfte eher ein soziales als ein ethnisches Symbol gewesen sein. Darüber hinaus müßte es sich um materielle Symbole handeln, damit sie sich im Boden erhalten haben. Oft sind es aber der Habitus und das Handeln der Menschen, die ethnische Identitäten in bestimmten Situationen zur Realität werden lassen. Erst dann werden eindeutige Grenzen gezogen, die sich in der Sachkultur gar nicht abzeichnen. Alternative Erklärungen archäologischer Funde können nicht einem globalen Erklärungsmodell folgen, denn die Sachkultur ist nicht fest an andere kulturelle, soziale, wirtschaftliche oder politische Prozesse gebunden; sie reflektiert diese allenfalls mittelbar. Die Verbreitung von Sachkulturelementen sollte primär einer strukturgeschichtlichen bzw. kulturanthropologischen Perspektive folgen und sozial-, wirtschafts- und kulturgeschichtliche Entwicklungen in den Mittelpunkt stellen, weil dies den archäologischen Quellen und deren Aussagemöglichkeiten entspricht. Eine strukturgeschichtliche Betrachtung eröffnet Spielräume für verschiedene, auch miteinander konkurrierende Interpretationen von Einzelfällen. Damit gibt die Archäologie keineswegs ihren Anspruch als historische Disziplin auf, denn Geschichte ist weit mehr als die bloße Abfolge politischer Ereignisse. Und schließlich sei darauf hingewiesen, daß ethnische Zugehörigkeiten „im frühen Mittelalter das Leben der meisten Menschen weniger beeinflußt [haben] als andere Formen der Gemeinschaft, in denen diese beheimatet waren“.[62] Familie, Alter, Geschlecht und Herrschaft waren die entscheidenden sozialen Bezugsgrößen, die es innerhalb (!) einer Gesellschaft zu berücksichtigen galt (Abb. 7). Ethnische Identität bildete nicht die alles bestimmende Letztinstanz, zu der sie von national(istisch)er Propaganda stilisiert wurde.[63]
Abb. 7. Fränkisches „Paar des
7. Jahrhunderts“. Eine solche idealtypische Rekonstruktion präsentiert nur das,
was sich eine „Oberschicht“ und nicht alle leisten konnten. Darüber hinaus
werden die überaus deutlichen regionalen Differenzierungen ausgeblendet. Der so
entstehende Eindruck einer überregional einheitlichen „fränkischen Tracht“ ist
deshalb falsch. Kleidung unterscheidet sich primär nach sozialem Status, Alter
und Geschlecht; sie drückt in erster Linie Differenzierungen innerhalb einer Gesellschaft aus (nach Feffer, Laure- [1] Jones, Siân: The Archaeology of ethnicity. Constructing identities in the past and present. London-New York 1997. – Vorliegender Aufsatz entstand im Rahmen des Teilprojekts C 4 „Ethnische Einheiten im frühgeschichtlichen Europa. Archäologische Forschung und ihre politische Instrumentalisierung“ des Freiburger Sonderforschungsbereichs 541 „Identitäten und Alteritäten. Die Funktion von Alterität für die Konstitution und Konstruktion von Identität“. [2] Hodder, Ian: Reading the past. Current approaches to interpretation in archaeology. Cambridge ²1994. [3] Ausführlicher: Brather, Sebastian: Ethnische Identitäten als Konstrukte der frühgeschichtlichen Archäologie. In: Germania 78 (2000) 139-177, hier 140-149. – Darüber hinaus Trigger, Bruce G.: A history of archaeological thougt. Cambridge 1989. [4] „Ethnische Interpretationen“ sind allerdings älter. Sie setzen bereits im Humanismus ein; Marschalk [Thurius/de Grohenberg], Nicolaus: Annalium Herulorum ac Vandalorum libri septem. Rostock 1521. – Wollf, Cornelia: Die Beschreibung ur- und frühgeschichtlicher Funde in gedruckten Quellen des 15. und 16. Jahrhunderts. In: Bodendenkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommern. Jahrb. 42 (1994 [1995]) 191-217, hier 200-204 Abb. 4-5. [5] Lindenschmit, Wilhelm/Lindenschmit, Ludwig: Das germanische Todtenlager bei Selzen in der Provinz Rheinhessen. Mainz 1848, 30. [6] Vgl. Büsching, Johann Gustav Gottlieb: Abriss der deutschen Alterthums-Kunde. Zur Grundlage von Vorlesungen bestimmt. Weimar 1824, 10 f. [7] Klemm, Gustav Friedrich: Handbuch der germanischen Alterthumskunde. Dresden [1835] 1836, 101 Anm. 4; XI. Klemm interessierte sich für die „Deutschen während eines Zeitraumes, wo diese von ihren cultivirten Nachbaren Germanen genannt wurden“; ebd., XIII f. [8] Veit, Ulrich: Gustaf Kossinna und V. Gordon Childe. Ansätze zu einer theoretischen Grundlegung der Vorgeschichte. In: Saeculum 35 (1984) 326-364. – Brather, Sebastian: s. v. Kossinna, Gustaf. In: Reallexikon der germanischen Altertumskunde² 17. Berlin-New York 2000, 263-267. [9] Virchow, Rudolf: Meinungen und Thatsachen in der Anthropologie. In: Correspondenzblatt der Deutschen Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte 30 (1899) 80-83, hier 82 f. [10] Hierzu Żak, Jan: Słowianie i Germanie w prahistorii polskiej i niemieckiej. In: Stosunki polsko-niemieckie w historiografii I. Studia z dziejów historiografii polskiej i niemieckiej. Poznań 1974, 21-149. – Lech, Jacek: Between captivity and freedom. Polish archaeology in the 20th century. In: Archeologia Polona 35/36 (1997/1998) 25-222. [11] Nationalism, politics and the practice of archaeology. Ed. Philip L. Kohl and Clare Fawcett. Cambridge 1995. – Nationalism and archaeology in Europe. Ed. Margarita Díaz-Andreu and Timothy Champion. London 1996. [12] Kossinna, Gustaf: Die deutsche Vorgeschichte, eine hervorragend nationale Wissenschaft. Würzburg ²1914 (Mannus-Bibliothek 9). [13] Hoernes, Moritz: Die Hallstattperiode. In: Archiv für Anthropologie N. F. 3 (1905) 233-281, 238 Anm. 1, befürchtete deshalb von der „‘germanischen’ Prähistorie [..., daß] der deutsche Stammbaum [...] nächstens bis in die paläozoische Formation zurückverfolgt werden“ würde. [14] Lichardus, Jan: Die Kupferzeit als historische Epoche. Eine forschungsgeschichtliche Einleitung. In: Die Kupferzeit als historische Epoche. Hg. v. Jan Lichardus. Bonn 1991 (Saarbrücker Beiträge zur Altertumskunde 55) 13-32, hier 13. [15] Ich habe diese „Systematik“ an anderer Stelle am Beispiel der Alemannen zu erläutern versucht; Brather, Sebastian: Ethnic identities as constructions of archaeology. The case of the Alamanni. In: Ethnogenesis theory and historical methodology. Ed. Andrew Gillett. Turnhout-York 2002 (Studies in the Early Middle Ages) (im Druck). [16] Vgl. den methodisch verfehlten Ansatz bei Wendowski, Marlies: Archäologische Kultur und ethnische Einheit. Möglichkeiten und Grenzen der Identifikation. Frankfurt/M. u. a. 1995 (Arbeiten zur Urgeschichte des Menschen 19). [17] Vgl. die Rekonstruktion der slawischen Einwanderung bei Herrmann, Joachim: Germanen und Slawen in Mitteleuropa. Zur Neugestaltung der ethnischen Verhältnisse zu Beginn des Mittelalters. Berlin 1984 (Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften der DDR 1984, 3/G), oder die Unterscheidung von Franken und Alemannen bei Siegmund, Frank: Franken und Alemannen. Berlin-New York 2000 (Reallexikon der germanischen Altertumskunde², Ergänzungsbd. 23). [18] Vgl. als Beispiel Koch, Alexander: Bügelfibeln der Merowingerzeit im westlichen Frankenreich. Mainz 1998 (Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz 41) 535-564. [19] Vgl. aber die unbesehene Parallelisierung von Sprachentwicklung und biologischer Abstammung bei Cavalli-Sforza, Luigi Luca: Gene, Völker und Sprachen. Die biologischen Grundlagen unserer Zivilisation. München 1999. [20] Müller, Klaus E.: Das magische Universum der Identität. Elementarformen sozialen Verhaltens. Ein ethnologischer Grundriß. Frankfurt/M.-New York 1987. [21] Maier, Hans: Die ältere deutsche Staats- und Verwaltungslehre. ²München 1986. [22] Wehler, Hans-Ulrich: Nationalismus. Geschichte, Formen, Folgen. München 2001, 18. [23] Kaschuba, Wolfgang: Volk und Nation: Ethnozentrismus in Geschichte und Gegenwart. In: Nationalismus – Nationalitäten – Supranationalität. Hg. v. Heinrich August Winkler und Hartmut Kaelble. Stuttgart 1993 (Industrielle Welt 53) 56-81, hier 60. [24] Nationale und kulturelle Identität. Studien zur Entwicklung des kollektiven Bewußtseins in der Neuzeit [1]. Hg. v. Bernhard Giesen. Frankfurt/M. ³1996. – Nationales Bewußtsein und kollektive Identität. Studien zur Entwicklung des kollektiven Bewußtseins in der Neuzeit 2. Hg. v. Helmut Berding. Frankfurt/M. ²1996. [25] Anderson, Benedict: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts. Frankfurt/M., New York ²1996. [26] Die Definition der Zugehörigkeit kann sich auf mehrere kulturelle Kennzeichen berufen, die zielgerichtet überhöht und zu grundsätzlichen Unterschieden zu den Nachbarn gesteigert werden. [27] Niethammer, Lutz: Kollektive Identität. Heimliche Quellen einer unheimlichen Konjunktur. Reinbek 2000, exemplifiziert dies am Beispiel des Begriffs der kollektiven Identität. [28] Vgl. die Leitbegriffe des in Anm. 1 genannten Freiburger SFB. Inzwischen liegen zwei hier interessierende Bände vor: Grenzgänger zwischen Kulturen. Hg. v. Monika Fludernik und Hans-Joachim Gehrke. Würzburg 1999 (Identitäten und Alteritäten 1). – Wir, ihr, sie. Identität und Alterität in Theorie und Methode. Hg. Wolfgang Essbach. Würzburg 2000 (Identitäten und Alteritäten 2). [29] Zur Begriffs- und Ideengeschichte Koselleck, Reinhart/Gschnitzer, Fritz/Werner, Karl Ferdinand/Schönemann, Bernd: s. v. Volk, Nation, Nationalismus, Masse. In: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Hg. v. Otto Brunner, Werner Conze und Reinhart Koselleck, Bd. 7. Stuttgart 1992, 141-431. [30] Bierbrauer, Volker: Archäologie und Geschichte der Goten vom 1.-7. Jahrhundert. Versuch einer Bilanz. Frühmittelalterl. Stud. 28, 1994, 51-171, hier 166. [31] Bierbrauer, Volker: Frühgeschichtliche Akkulturationsprozesse in den germanischen Staaten am Mittelmeer (Westgoten, Ostgoten, Langobarden) aus der Sicht des Archäologen. In: Atti del 6o congresso internazionale di studi sull’alto medioevo, Milano 1978. Spoleto 1980, 89-105, hier 97. [32] Koch (wie Anm. 18) 540. [33] Ament, Hermann: s. v. Franken II. Archäologisches. In: Reallexikon der germanischen Altertumskunde² 9. Berlin-New York 1995, 387-414, hier 395. [34] Mączyńska, Magdalena: Die Völkerwanderung. Geschichte einer ruhelosen Epoche im 4. und 5. Jahrhundert. Zürich 1993, 185. [35] Fehr, Hubert: Hans Zeiss, Joachim Werner und die archäologischen Forschungen zur Merowingerzeit. In: Eine hervorragend nationale Wissenschaft. Deutsche Prähistoriker zwischen 1900 und 1995. Hg. v. Heiko Steuer. Berlin-New York 2001 (Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Ergänzungsbd. 29), 311-415. [36] Lisch, Georg Christian Friedrich: Andeutungen über die altgermanischen und slawischen Alterthümer. Schwerin 1837. [37] Giesebrecht, Ludwig: Über die neueste Deutung der norddeutschen Grabalterthümer. In: Baltische Studien 5 (1838) 2, 45-49. [38] Dies erklärt z. T. den massiven Widerstand gegen das Dreiperiodensystem, wie ihn z. B. Ludwig Lindenschmit und Ludwig Giesebrecht vertraten. [39] Eggers, Hans Jürgen: Einführung in die Vorgeschichte. München ³1986, 274, 200. [40] Wahle, Ernst: Zur ethnischen Deutung frühgeschichtlicher Kulturprovinzen. Grenzen der frühgeschichtlichen Erkenntnis I. Heidelberg 1941 (Abhandlungen der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Kl. 1940/41, 2); vgl. ebenso noch die methodisch angelegte Studie von Wendowski (wie Anm. 16). [41] Wotzka, Hans-Peter: Zum traditionellen Kulturbegriff in der prähistorischen Archäologie. In: Paideuma 39 (1993) 25-44. [42] Clarke, David Leonhard: Analytical archaeology. London 1968. [43] Lüning, Jens: Zum Kulturbegriff im Neolithikum. In: Prähistorische Zeitschrift 47 (1972) 145-173, hier 168. [44] Brather, Sebastian: s. v. Kulturgruppe und Kulturkreis. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde² 17. Berlin-New York 2000, 442-452. [45] Vgl. Neuss, Elmar: Sprachraumbildung am Niederrhein und die Franken. Anmerkungen zu Verfahren der Sprachgeschichtsschreibung. In: Die Franken und die Alemannen bis zur „Schlacht bei Zülpich“ (496/97). Hg. v. Dieter Geuenich. Berlin-New York 1998 (Reallexikon der germanischen Altertumskunde², Ergänzungsbd. 19) 156-192. [46] Keller, Rudi: Sprachwandel. Von der unsichtbaren hand in der Sprache.² Tübingen-Basel 1994, 174. [47] Knussmann, Rainer: Vergleichende Biologie des Menschen. Lehrbuch der Anthropologie und Humangenetik.² Stuttgart u. a. 1996, 406. [48] Schwidetzky, Ilse: Grundlagen der Rassensystematik. Mannheim-Wien-Zürich 1974, 163-169. [49] Lévi-Strauss, Claude: Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft. Frankfurt/M. 1981. [50] Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie. Tübingen 5 1972, 237. [51] Pohl, Walter: Die Awaren. Ein Steppenvolk in Mitteleuropa 567-822 n. Chr. München 1988, 323-328. [52] Geary, Patrick J.: Ethnic identity as a situational construct in the early middle ages. In: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft Wien 113, 1983, 15-26. [53] Vgl. Hodder, Ian: Symbols in action. Cambridge 1982. [54] Müller, Klaus E.: Geschichte der antiken Ethnographie und ethnologischen Theoriebildung. Von den Anfängen bis auf die byzantinischen Historiographen 2. Wiesbaden 1980 (Studien zur Kulturkunde 52) 439. – Pohl (wie Anm. 51) 4. – Wolfram, Herwig: Ethnogenesen im frühmittelalterlichen Donau- und Ostalpenraum (6. bis 10. Jahrhundert). In: Frühmittelalterliche Genese im Alpenraum. Hg. v. Helmut Beumann und Werner Schröder. Sigmaringen 1985 (Nationes 5) 97-151, hier 98 f. [55] Vgl. Agathias, Historiae V,11; V,25, für den alle „Völker“ im Osten Skythen oder Hunnen waren. [56] Synesios von Kyrene, Oratio de regno ad Arcadium imperatorem c. 15. [57] Prokop, Bellum Vandalicum I,2,2; I,3,1; Bellum Gothicum I,1,3; III,2,1. [58] Vgl.
auch die idealtypische Gegenüberstellung von Griechen bzw. Römern und Barbaren;
Dauge, Yves Albert: Le barbare. Recherches sur la conception
romaine de la barbarie et de la civilisation. Bruxelles 1981 (= Collection
Latomus 176) bes. 379-676. – Erdrich,
Michael: Rom und die Barbaren. Das
Verhältnis zwischen dem Imperium Romanum und den germanischen Stämmen vor
seiner Nordwestgrenze seit der späten römischen Republik bis zum gallischen
Sonderreich (= Römisch-Germanische Forschungen 58). Mainz 2001. Cunliffe, Barry: Greeks, Romans and Barbarians. Spheres of interaction. [59] Eco, Umberto: Semiotik. Entwurf einer Theorie der Zeichen. München ²1991. [60] Pohl, Walter: Telling the difference. Signs of ethnic identity. In: Strategies of distinction. The construction of ethnic communities, 300-800. Ed. Walter Pohl and Helmut Reimitz. Leiden-Boston-Köln 1998 (The transformation of the Roman world 2) 17-69. [61] Tacitus, Germ. 38,1-3. [62] Pohl, Walter: Tradition, Ethnogenese und literarische Gestaltung: eine Zwischenbilanz. In: Ethnogenese und Überlieferung. Angewandte Methoden der Frühmittelalterforschung. Hg. Karl Brunner und Brigitte Merta. Wien-München 1994 (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 31) 9-26, hier 24. [63] Wehler (wie Anm. 22) 104 f.
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